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Die Kletterwand am Biomassekraftwerk ist ein attraktiver Anziehungspunkt für Alpinkletterer, Hobbykraxler und Schulklassen.

Die Kletterwand am Biomassekraftwerk ist ein attraktiver Anziehungspunkt für Alpinkletterer, Hobbykraxler und Schulklassen.

Die Kletterwand am Biomassekraftwerk der Main-Taunus-Recycling GmbH (MTR) in Wicker erfreut sich großer Beliebtheit. Seit im November 2004 die Kletterwand eingeweiht wurde, ist sie zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Alpinkletterer, Hobbykraxler und Schulklassen aus der ganzen Region geworden.

Von inzwischen 1300 Dauerkunden spricht MTR-Geschäftsführer Gerd Mehler, die sich mit 15 Euro für einen Kletterausweis und dem Zehn-Euro-Pfand für einen Zugangs-Chip die Möglichkeit eröffnen, jederzeit die Wände hochzugehen. Voraussetzung dabei ist das Beherrschen des Kletterns und der Sicherheitstechniken sowie eine eigene Ausrüstung.

Aber auch Schnupperkurse zum Klettern unter Anleitung und den Kurs "Einführung in das Vorstiegsklettern" bietet Kletterwandbetreuer Marc Stellbogen an und erklärt den Unterschied. Während er für das erste Ausprobieren an der Wand bereits Seile angebracht hat, an denen die Anfänger gesichert werden, was im Fachjargon "Top rope" heißt, muss sich beim Vorstiegsklettern der Sportler selbst mit dem Seil an den dicht gesetzten Sicherungshaken hocharbeiten.

Dabei sind die Schnupperkurse für Kinder ab zehn Jahren erlaubt und werden rege von Schulklassen und Jugendgruppen genutzt. Beim Einführungskurs dagegen ist ein Mindestalter von 14 Jahren vorgeschrieben. "In beiden Fällen wird die Ausrüstung gestellt", erklärt Stellbogen, der sich gemeinsam mit Teamkollege Yusuf Murat Yalin um all die kümmert, die hoch hinaus wollen, aber auch Termine koordiniert, Revisionsarbeiten durchführt und mit den rund 3000 angebrachten Griffelementen in unterschiedlichen Farben immer wieder neue Routen festlegt.

Dabei kann er mit den Farbgriffen 50 bis 80 Kletterwege mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad auf der 610 Quadratmeter großen witterungsbeständigen Kunstfels-Oberfläche mit einer Breite von 27 Metern bis in die Höhe von 19 Metern kennzeichnen. Besondere Herausforderung für Könner sind die Überhänge von bis zu sechs Metern.

"Obwohl sich hier Einzelkletterer einfinden, ist das ein Teamsport, und alle kennen sich inzwischen", berichtet Stellbogen und betont, dass bis auf kleinere Schürfwunden noch nie etwas passiert sei.

Das Angebot für Schulklassen und Gruppen von 9 bis 14 Uhr werde zurzeit täglich genutzt, sofern das Wetter mitspiele. So ist auch Lehrerin Cornelia Cychy von der Kelsterbacher Förderschule begeistert von dem erlebnispädagogischen Effekt dieses "Vertrauenssports", bei dem die 14 Schülerinnen und Schüler Verantwortung und Teamarbeit hautnah erleben und manche ungeahnte Erfolgserlebnisse haben.

Wie zum Beispiel die zierliche Anna, die beim Anblick der Wand zunächst geweint hat und nach der theoretischen Einführung mit Leichtigkeit bis zum höchsten Punkt klettert. Als sie nach dem Abseilen wieder Boden unter den Füßen hat, strahlt sie: "Morgen habe ich Geburtstag und werde elf Jahre alt".

Das Sportklettern allerdings erfordert enorm viel Technik und Kraft aus den Beinen heraus, erklärt Marc Stellbogen, so dass diese Sportler meist drahtig und schlank sind. Dass es sich dabei nicht unbedingt um einen gesunden Sport handelt, beweisen die speziellen Kletterschuhe, in denen die Zehen bewusst gekrümmt werden für besseren Halt. "Statt meiner normalen Schuhgröße 42 haben meine Kletterschuhe Größe 38", klärt der Kletterwandbetreuer auf.

Quelle: Main-Spitze vom 04.07.2007